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Trinkwasser

Rastatter Trinkwasser 

Ich trinke Rastatter Wasser jeden Tag aus dem Hahn

(vom 11.05.2016)

Lorena Rodriguez, Diplom-Ingenieurin für Chemie, Umwelt- und Verfahrenstechnik, arbeitet als Wasser-Expertin bei den star.Energiewerken. Sie bringt Fachwissen und Erfahrung aus nationalen wie internationalen Projekten der Wasser- und Abwasserreinigung in das Expertenteam ein, das sich seit Jahren in Forschungs- und Pilotprojekten mit der Entfernung von Perfluorierten Chemikalien (PFC) aus dem Wasser befasst. Das Grundwasser ist in Teilen der Region mit den sogenannten PFC verunreinigt, davon betroffen sind auch Wasserfassungen der Stadtwerke Rastatt wie die des Wasserwerks Niederbühl, das seither außer Betrieb ist.

Vor ihrer Arbeit in Rastatt war Lorena Rodriguez in Kambodscha als Projektleiterin bei einer Nichtregierungsorganisation (NGO) für Umwelt und Trinkwasser tätig. Davor arbeitete sie in Beratungsunternehmen als Projektingenieurin für Abwasserbehandlung in mehreren Ländern und als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim KIT in Karlsruhe, das mit seinem Know-how auch die star.Energiewerke bei der Lösung der PFC-Problematik unterstützt.

Frau Rodriguez, Sie sind als Diplom-Ingenieurin für Chemie und Wasseraufbereitung seit Sommer 2015 bei den star.Energiewerken für das Thema "PFC" zuständig. Wie sieht Ihre Arbeit genau aus?

Lorena Rodriguez:

Ich verstärke das Expertenteam der star.Energiewerke, das sich mit der PFC-Problematik auf unterschiedliche Art und Weise befasst. Es geht unter anderem um die Forschung und Weiterentwicklung von Techniken zum Entfernen der PFC aus dem Grundwasser. Ich begleite auch unsere beiden Forschungsvorhaben zum Thema "PFC-Entfernung" und arbeite eng mit dem Technologiezentrum Wasser zusammen. Wir analysieren, wie sich die "PFC-Fahne" ausbreitet, und welche Maßnahmen erforderlich bzw. realistisch sind.

Ich bin Projektleiterin für den Umbau des Wasserwerks Rauental sowie der Wasseraufbereitung und Optimierung der Verfahrenstechnik in unserem Wasserwerk Ottersdorf. Dazu zählen die Auswertung der Wasseruntersuchungen, die vom Technologiezentrum Wasser durchgeführt werden, und die Begleitung eines vom KIT durchgeführten Markierungsversuchs im Wasserschutzgebiet Rauental.

Hier müssen die Aufgaben der beteiligten Firmen und Behörden koordiniert werden. Vor einigen Wochen habe ich mich um die Bildung eines Arbeitskreis-Netzwerkes zum Thema PFC gekümmert. Wir haben von den star.Energiewerken ein PFC-Expertenforum organisiert, wo verschiedene Experten für Wasser- und Bodenverunreinigung aus der Region und ganz Deutschland nach Rastatt zusammen kamen.

Was planen die star.Energiewerke 2016, um die PFC-Verunreinigung in den Griff zu bekommen und langfristig genügend sauberes Trinkwasser für die Rastatter Bevölkerung zu sichern?

Lorena Rodriguez:

Die star.Energiewerke haben einen ganzen Katalog von Maßnahmen ergriffen, um eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung in Rastatt sicherzustellen. In diesem Jahr stehen dafür konkret folgende Projekte an:

  1. Wir wollen wissen, wie sich das PFC im Grundwasser bewegt und ausbreitet. Dafür koordinieren wir im Wasserschutzgebiet Ottersdorf ein Grundwassermodell, um mehr Informationen über die Verbreitung der PFC-Fahne zu bekommen. Somit werden die Wirkungszusammenhänge standortspezifisch untersucht und beobachtet.
  2. Wir realisieren gemeinsam mit den Stadtwerken Gaggenau eine Notversorgung. Um bei einem eventuellen Ausfall des Wasserwerks Ottersdorf eine redundante Trinkwasserversorgung für das gesamte Versorgungsgebiet der star.Energiewerke zur Verfügung zu haben, verbinden wir das eigene Wasserwerk Rauental mit dem Wasserwerk Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau über eine neue Verbindungsleitung. Diese Leitung wird bis Sommer 2016 verlegt sein.
  3. Wir bauen das Wasserwerk Rauental komplett um. Damit beginnen wir voraussichtlich im Herbst 2016. Das Rauentaler Wasserwerk wird mit einer Aufbereitungstechnik zum Entfernung von PFC sowie mit einer vollautomatisierten Regelungstechnik ausgerüstet.
  4. Das PFC-Monitoring des Grundwassers, das verschiedene Stellen umfasst, läuft weiter. Es werden regelmäßig Mess-Stellen vom Technologiezentrum Wasser in unserem Auftrag untersucht.
  5. Darüber hinaus begleiten wir einen Markierungsversuch im Wasserschutzgebiet Rauental, der voraussichtlich bis Ende des Jahres vom KIT Karlsruhe durchgeführt wird. Damit werden uns detaillierte Aussagen zu Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit des Grundwassers vorliegen.
    Eine Konzeptentwicklung für die zukünftige Sicherung der Trinkwasserversorgung des Wasserwerks Ottersdorf – falls das Wasserwerk Ottersdof von PFC betroffen sein sollte – wird noch dieses Jahr stattfinden.

Wie bisher werde ich die Kolleginnen und Kollegen beim Beantworten von Kundenfragen fachlich unterstützen. Sie können mich per Mail unter l.rodriguez@star-energiewerke.de erreichen.
Dieses Bündel an Maßnahmen kostet natürlich auch Geld, ist aber eine gute und wichtig Investition in die Versorgungssicherheit der heutigen und nachfolgenden Generationen. Wir hoffen, dass der Verursacher dieser Umweltverschmutzung haftbar gemacht werden kann.

Haben Sie Verständnis, wenn Bürgerinnen und Bürger besorgt über die Trinkwasserqualität sind? Und trinken Sie selbst von dem Rastatter Trinkwasser?

Lorena Rodriguez:

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sich die Rastatter Bürger Sorgen um die Trinkwasserqualität machen. Das brauchen sie aber nicht: Das Wasser, das aus den Wasserhähnen in Rastatt fließt, hat nach wie vor eine sehr gute Trinkwasserqualität. Darauf können die Bürger vertrauen. Wir kontrollieren die Qualität des Wassers umfassend regelmäßig und liefern ausschließlich einwandfreies Trinkwasser.

Ja, ich trinke das Rastatter Wasser jeden Tag ohne Bedenken – am liebsten ganz frisch direkt aus dem Hahn. Das Trinkwasser, das wir liefern, stammt derzeit ausschließlich aus den Brunnen des Wasserwerks Ottersdorf. Darin sind so gut wie keine Spuren an PFC enthalten. Die Werte liegen weit unter dem vom Umweltbundesamt festgelegten gesundheitlichen Orientierungswert. Darauf achten wir sehr genau.

Das Wasserwerk Niederbühl dagegen ist außer Betrieb, weil dort die Werte der PFC-Verunreinigung des Grundwassers über diesen gesundheitlichen Orientierungswerten liegen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe?

Lorena Rodriguez:

Sie können eine Anfrage über diese Website www.wasser-rastatt.de schicken. Diese beantworten meine Kollegen und ich ausführlich und gewissenhaft. Ihre Frage könnte auch andere Bürgerinnen und Bürger Rastatts bewegen. Deshalb veröffentlichen wir die Fragen und die Antworten auf dieser Website.

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